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Apothekensticker - Kerstin Hinck von Apothekengeflüster im Interview

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Die Gründerin und "Geschäftsflüsterin" Kerstin Hinck von Apothekengeflüster® erzählte uns im Interview von ihrer schon frühen Idee Apothekensticker in Deutschland zu implementieren. Die bunten Aufkleber enthalten die wichtigsten Informationen, die ein Patient bei der Einnahme beachten sollte. So unterstützen sie das Apothekenpersonal in ihrem Arbeitsalltag und fördern die richtige Einnahme.

Interview mit Kerstin Hinck von Apthekengeflüster

DAS: Liebe Frau Hinck, möchten Sie sich einmal vorstellen. Wer sind Sie und was machen Sie?

Frau Hinck: Gerne, ich bin Kerstin Hinck, 33 Jahre jung und Gründerin und Inhaberin von Apothekengeflüster® sowie Marketingberaterin und Fachautorin. Von Natur aus bin ich ein kreativer und neugieriger Mensch und liebe es, die Welt aus mehreren Perspektiven - in meinem Fall insbesondere die BWL, Pharmazie und das Grafikdesign - zu betrachten. Es fasziniert mich, Parallelen oder sogar Synergien aufzuspüren und daraus innovative Ideen umzusetzen. Apothekengeflüster® ist dabei eins meiner Projekte.

DAS: Wie kamen Sie auf die Idee Beratungssticker mit Anwendungshinweisen und Apothekenlogo für Apotheken anzubieten und welche Vorteile bringt die Verwendung?

Frau Hinck: Inspiriert hat mich ein Apothekenpraktikum in Kanada. Dort wurde schon im Jahr 2004 mit ganz rudimentären Beratungsstickern gearbeitet. Diese sahen teilweise sehr kryptisch aus, aber die Idee und den Nutzen fand ich grandios. Mit meinen damals 21 Jahren fühlte ich mich jedoch noch nicht dazu bereit, zu gründen. Zudem war ich auch neugierig, Berufserfahrung in der Apotheke und Pharmaindustrie zu sammeln. Mit der Idee im Hinterkopf habe ich im Laufe der Zeit jedoch stets den Markt analysiert und festgestellt, dass Beratungssticker auch in der offiziellen Beratungsleitlinie der Bundesapothekerkammer empfohlen werden. Leider sind mir in meiner aktiven Apothekenzeit nie solche Sticker in die Hände gefallen; und selbst beschriftet oder gedruckt haben wir die auch nicht.

Zehn Jahre nach der Inspiration empfand ich die Zeit als Reif und ich entschied mich dazu, meinen Job als Produktmanagerin in der Pharmaindustrie zu kündigen und Apothekengeflüster® ins Leben zu rufen. Der Vorteil der Beratungssticker für Apotheken ist, dass sie die Beratungsleitlinie der Bundesapothekerkammer einfacher einhalten und sich im Markt mit dieser Dienstleistung stark positionieren und unverzichtbar machen können. Der Vorteil für Patienten ist, dass sie während der gesamten Therapiezeit und bei der Einnahme die Anwendungsinformationen vor Augen behalten. Hintergrund ist, dass (laut WHO) 50 Prozent der chronisch Kranken ihre Medikamente nicht korrekt einnehmen.

Man könnte zuerst meinen, es sei nicht so schlimm, wenn Menschen die Medikamente falsch einnehmen. In Wirklichkeit ergibt sich daraus jedoch ein kostspieliger Rattenschwanz: Denn, wird ein Patient aufgrund falscher Arzneimitteleinnahme nicht gesund geht er wieder zum Arzt. Dieser verschreibt dem Patienten dann eine höhere Dosierung oder ein zusätzliches anderes Medikament. Werden diese Medikamente dann wieder nicht oder nicht korrekt eingenommen oder verursachen Wechselwirkungen, landet der Patient wieder beim Arzt oder sogar im Krankenhaus. Und so weiter und so fort. Diese sogenannte Non-Compliance – oder mangelnde Therapietreue – führt allein in Deutschland zu circa 10 – 20 Milliarden Euro Folgekosten jährlich. Ganz zu schweigen von dem unnötigen zusätzlichen Leid und Aufwand für die Patienten.

DAS: Was unterscheidet Ihre Sticker von der normalen Packungsbeilage, die der Patient doch auch lesen kann?

Frau Hinck: Worte sind nicht gleich Worte. Die Fachsprache unterscheidet sich erheblich von der Patientensprache. Diverse Studien haben ergeben, dass die Packungsbeilage von Patienten oft missverstanden wird. Vom Fachpersonal teilweise sogar auch.

Manche Patienten lesen die Packungsbeilage auch erst gar nicht und verlassen sich auf das Gesagte in der Apotheke. Doch im hektischen Alltag ist einmal Gesagtes schnell wieder vergessen oder wird falsch in Erinnerung gerufen. Manche Kunden holen Medikamente auch nur für andere Bekannte ab und geben die Information unter Umständen nicht richtig an den eigentlichen Patienten weiter. Wiederum andere Patienten setzen das Medikament beispielsweise entsetzt ab oder nehmen es gar nicht erst ein, sobald sie die Nebenwirkungen durchgelesen haben. Medikamente sind perfekt gemacht, es entscheidet aber der unsichere Faktor Mensch, ob diese auch wirken.

Eine Packungsbeilage ersetzt die pharmazeutische Beratung in der Apotheke nicht – sonst gäbe es keine Apotheken mehr. Ein großes Problem heutzutage ist übrigens nicht der Mangel an Informationen. Im Gegenteil, wir leben im Informationsdschungel! Und dazu zählen auch die vielen Angaben in den Packungsbeilagen. Im heutigen Informationszeitalter braucht es Personen, die den Sachverstand haben, große Informationsmassen professionell zu filtern und maßgeschneidert und leichtverständlich weiter zu kommunizieren. Es ist nicht Aufgabe des Patienten sich die Informationen sich selbst anzueignen, sondern Aufgabe der Apotheke, dem Patienten die Anwendung des Medikamentes in leicht verständlicher Patientensprache sicher beizubringen. Apotheker und PTA haben also eine Bringschuld für Informationen und sind professionelle Lotsen im Medikamentendschungel.

Hinzu kommt, dass die Komplexität im Arzneimittelmarkt immer weiter zunimmt. Der Ruf nach mehr Patientenorientierung wird dabei immer lauter. Für die Apotheke bedeutet das unter anderem, dass aus der pharmazeutischen Beratung vor Ort die sogenannten pharmazeutische Betreuung (während der ganzen Therapiedauer) wird. Es wurde erkannt, dass der Zeitpunkt der Beratung und die engmaschige, individuelle Betreuung der Patienten wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Therapie darstellen. Die Beratungssticker sollen dabei helfen und zeigen im Gegensatz zur Packungsbeilage nur die allerwichtigsten Informationen zum Medikament und das nicht nur einmalig, sondern zu jedem Einnahmezeitpunkt.

DAS: Benutzen Sie ihr selbst entwickeltes Produkt auch in ihrem Arbeitsalltag?

Frau Hinck: Ich selber bin ausschließlich selbständig tätig und arbeite nicht mehr in einer Apotheke. Aber sobald ich privat ein Arzneimittel entdecke das keine Beratungsinfos zeigt, wird losgeklebt.

DAS: Welche Herausforderungen hatten Sie bei der der Entwicklung?

Frau Hinck: Wer schon einmal ein Geschäftsmodell insbesondere eine innovative Idee umgesetzt hat, der weiß, dass das Leben umgekrempelt wird. Es gilt tausende Entscheidungen zu treffen, ständig neue Veränderungen in gute Bahnen zu lenken und dabei unglaublich ausdauernd zu sein. Vielleicht macht es der Vergleich mit Eltern werden etwas plastischer: Man weiß vorher, dass es anstrengend sein wird ein Baby großzuziehen. Dann durchlebt man viele schlaflose Nächte und leistet unermüdlichen Einsatz. Ist diese Zeit vorbei, kann man im Nachhinein aber nur schwer alle Details aufzählen, die man im Einzeln als Hindernisse überwunden hat. Ab diesem Zeitpunkt hat man aber ein intuitives Wissen und Verbundenheit zu anderen „Gleichgesinnten“, die dasselbe erlebt haben. Es gibt also nicht die eine große Herausforderung; es ist vielmehr eine bunte tägliche Mischung und ein längerer Aufenthalt außerhalb der Komfortzone, das ständig zu kreativen Lösungsfindungen einlädt.

DAS: Wann haben Sie das erste Mal Sticker verkauft und wie viele haben Sie bisher verkauft?

Frau Hinck: Die ersten Sticker habe ich im Februar 2015 verkauft. Das restliche Zahlenwerk gehört zu meinem Betriebsgeheimnis ;)

DAS: Was war zuerst da: Ihr Blog, in dem Sie sich an Angestellte der Offizin wenden, interessante Themen aufbereiten und Tipps und Tricks zum Arbeitsalltag geben oder die eigene Geschäftsidee?

Frau Hinck: Die eigene Geschäftsidee, wie gesagt seit 2004 - und da darf im Jahr 2016 ein Blog natürlich nicht fehlen. Leider habe ich aber so viel zu tun, dass ich derzeit nur noch sehr selten zum bloggen komme.

DAS: Vielen Dank Frau Hinck, dass Sie sich Zeit für ein Interview genommen haben. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg!

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