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Was man über den Medikationsplan wissen muss!

Lesezeit: ca. 2 Min. | Beitrag vom

Zusammenfassung

4.2 / 5 aus 25 Abstimmungen

Es war ein langer Weg zum Medikationsplan, doch jetzt ist er seit dem 1. Oktober Teil des deutschen Gesundheitssystems. Den zunächst in Papierform erhältlichen Plan dürfen gesetzlich Versicherte einfordern, die mindestens drei systemisch wirkende Arzneimittel über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen einnehmen. Privatpatienten haben vorerst keinen Anspruch auf die Erstellung eines Medikationsplans. Es gibt jedoch Einzelvereinbarungen, wie beispielsweise mit der AXA-Versicherung, durch die Apotheker für einen Medikationscheck abrechnen können.

Gesetzlich Versicherte

Die Erstellung des Medikationsplans fällt in den Aufgabenbereich des Hausarztes der Patienten, doch Apotheker müssen ihn, auf Wunsch des Patienten, aktualisieren. Dies betrifft jedoch nur Medikamente, die der Kunde auch in der Apotheke erworben hat. Was genau muss denn ergänzt oder geändert werden?

  1. Hinzugefügt werden verschreibungspflichtige Arzneimittel, die noch nicht im Plan vorhanden sind und für die das entsprechende Rezept auch in der Apotheke eingelöst wurde.
  2. Ă„nderungen bei Arzneimittelnamen, wenn Rabatt-Arzneimitteln abgegeben werden mĂĽssen.
  3. OTC-Arzneimittel.

Nicht verpflichtet ist der Apotheker den Plan auf mögliche Probleme der Medikationen zu überprüfen, darf es aber. Bei problematischen Kombinationen sollte der Plan mit dem Hausarzt gegengesprochen werden.

Privatversicherte

Nicht aktualisiert werden muss ein Medikationsplan eines Privatversicherten. Es steht der Apotheke aber frei, dies zu tun und dafĂĽr eine entsprechende GebĂĽhr fĂĽr den Mehraufwand zu erheben.

Der Medikationsplan in der Apotheke
Alles wichtige zum Medikationsplan - CC0, pixabay.com

Wer darf den Plan ändern?

Der BMP-Vertrag ist bezüglich der Befugnis des Apothekenpersonals den Medikationsplan zu bearbeiten nicht eindeutig. Er schreibt lediglich „Die Apotheke“ ändert, wenn es „pharmazeutisch Sinn macht“. Über den pharmazeutischen Sinn entscheidet das pharmazeutische Personal und somit Apotheker, PTA, Pharmazieingenieure und Apothekerassistenten, auch wenn sich die entsprechenden Personen noch in der Ausbildung befinden.

Wie ändere ich den Medikationsplan?

Ergänzt werden soll der Medikationsplan in möglichst einfacher und leicht verständlicher Sprache. Die Anlage 3 gibt vor, dass Bezeichnungen wie Filmtabletten, Fertigspritzen oder Dosieraerosol schlicht Tabletten, Spritzen und Spray genannt werden sollen. Falls nun der Patient beispielsweise eine Ohren- und Nasensalbe benutzt, die beide mit Salbe abgekürzt werden, sollen im Feld „Hinweise“ jeweilige Spezifikationen des Produkts aufgeführt werden.

Geändert werden soll der Medikationsplan im besten Fall digital. Hierfür befindet sich ein 2D QR-Code in der rechten oberen Ecke des Papiers. Dieser QR-Code kann jedoch nicht von normalen Barcode Scannern gelesen werden. Entsprechende Software muss diesbezüglich bezogen werden. Eingescannt gibt der QR-Code den Medikationsplan aus, in dem dann die jeweilige Medikation ergänzt und der neue Plan ausgedruckt werden kann. Sollte eine entsprechende Software fehlen darf der Apotheker bis zum 31. Dezember 2018 den Medikationsplan auch handschriftlich ergänzen.

Bei einer manuellen Änderung empfiehlt es sich den Code unkenntlich zu machen. Dadurch beugt man vor, dass bei der nächsten Änderung der veraltete Plan eingelesen wird.

Und der Datenschutz?

Patientenbezogene Daten sind sensibel und müssen geschützt werden. Eine Einwilligungserklärung muss aber in der Regel nicht unterschreiben werden, da bei einer handschriftlichen Änderung oder Ergänzung keine Daten gespeichert werden und bei einer schon bestehenden Kundenkarte bereits Datenschutz besteht. Sofern der Plan ohne bestehende Kundenkarte digital geändert wird, kann der Medikationsplan nach dem Druck einfach wieder gelöscht werden.

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